Rabarbersnurrer
Der kribelt schon in den Fingern, sobald die ersten zarten, fast pinken Stängel des Rhabarbers aus der Erde spießen. Diesen Moment, diesen leisen Ruf des Frühlings, fange ich am liebsten mit einem Hauch Süße und einer deutlichen Säure ein. Es ist nicht irgendeine Süßspeise, es ist ein Versprechen auf wärmere Tage, ein Aufbruch nach einem langen, grauen Winter.
Der Geruch von frisch gebackenem Hefeteig, der sich mit der leicht herben Fruchtigkeit des Rhabarbers vermischt, ist für mich pures Glück. Es erinnert mich an die Küchen meiner Kindheit, an Sonntagnachmittage, an das Gefühl, etwas ganz Besonderes geschaffen zu haben, das nur darauf wartet, warm und duftend serviert zu werden.
Rhabarberschnecken
Frühlingshafte Rhabarberschnecken mit Marzipanfüllung und einem Hauch von Zimt. Perfekt zum Genießen, frisch aus dem Ofen.
- Für die Rhabarberkompott:
- 300 g Rhabarber, in kleine Stücke geschnitten
- 75 g Zucker
- Für den Teig:
- 1 dl lauwarmes Wasser
- 25 g Hefe
- 1½ dl (150 ml) Crème fraîche
- 50 g Zucker
- 1 Ei
- 500 g Weizenmehl
- 1 TL grobes Salz
- 100 g Butter, in kleine Würfel geschnitten
- Für die Marzipanfüllung:
- 100 g weiche Butter
- 100 g brauner Zucker
- 100 g Marzipan, grob gerieben
- Für die Zuckerschicht:
- 50 g Zucker (ca. ½ dl)
- Zum Verzieren:
- Perlzucker
- Backen
- 1Rhabarberkompott: Geben Sie den Rhabarber mit Wasser und Zucker in einen Topf. Langsam bei schwacher Hitze und zugedeckt ca. 5 Minuten köcheln lassen, bis der Rhabarber weich ist. Das Kompott in einem Sieb abtropfen lassen und abkühlen lassen.
- 2Teig: Das lauwarme Wasser in eine Schüssel geben und die Hefe darin auflösen. Crème fraîche, Zucker, Ei, Mehl, Salz und Butter hinzufügen. Den Teig gut verkneten, bis er glatt und geschmeidig ist (z. B. mit einer Küchenmaschine). Den Teig zugedeckt ca. 1 Stunde gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.
- 3Füllung: Weiche Butter, braunen Zucker und Marzipan gut verrühren.
- 4Zuckerschicht: Kochendes Wasser und Zucker in eine Schüssel geben und verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
- 5Zubereitung der Rhabarberschnecken: Den Teig zu einem Rechteck (ca. 30 x 40 cm) ausrollen. Die Füllung darauf verteilen. Falten Sie ⅓ des Teigs von der kurzen Seite über die Füllung. Falten Sie wieder ⅓ des Teigs darüber, sodass die Teigplatte nun 3 Schichten hat.
- 6Den Teig erneut ausrollen, bis er ca. 20 x 40 cm misst. Die Teigplatte in 12 Streifen schneiden und diese leicht auseinanderziehen.
- 7Schneiden Sie durch jeden Streifen einen Schlitz, aber nicht ganz durch – die Streifen sollen oben zusammenhängen wie zwei Hosenbeine. Die zwei zusammenhängenden Teigstreifen einzeln drehen und dann miteinander verdrehen. Die Drehung zu einer Schnecke formen (die Teigenden unter die Schnecke falten und die beiden Enden miteinander befestigen).
- 8Die Schnecken auf zwei mit Backpapier ausgelegte Bleche verteilen und zugedeckt ca. 30 Minuten nachgehen lassen.
- 9Drücken Sie mit den Fingern eine Vertiefung in die Mitte jeder Schnecke. Geben Sie ca. 1 EL Rhabarberkompott hinein.
- 10Die Rhabarberschnecken goldbraun und gar backen. Ca. 12-15 Minuten bei 200 °C Ober-/Unterhitze oder 180 °C Umluft.
- 11Sobald die Schnecken aus dem Ofen kommen, mit der Zuckerschicht bestreichen und mit Perlzucker bestreuen. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
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Warum du dieses Rezept lieben wirst
- Der Hauch von Frühling: Sobald die ersten Rhabarberstängel geerntet sind, weckt dieses Rezept die Lebensgeister und bringt die Aromen des aufkommenden Frühlings auf den Tisch.
- Die perfekte Textur: Ein luftiger, geschmeidiger Hefeteig umschließt eine cremige Marcipanremonce und eine leicht säuerliche Rhabarberkompottfüllung, die zum Träumen einlädt.
- Ein optisches Meisterwerk: Die kunstvollen S-förmigen Schnitte und die glänzende Zuckerkruste machen diese Rabarbersnurrer zu kleinen Kunstwerken, die jeden Kaffeetisch aufwerten.
- Ein Hauch Verführung: Die Kombination aus der Süße von Marzipan und der Frische des Rhabarbers ist eine Verlockung, der man kaum widerstehen kann.
- Die Kunst der Einfachheit: Trotz ihres raffinierten Aussehens sind diese Schnurren mit ein wenig Übung gut zu meistern.
Das brauchst du
Die Qualität der Zutaten ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Wenn du das Glück hast, frischen Rhabarber direkt vom Feld zu bekommen, nutze ihn! Ansonsten achte darauf, knackige, feste Stängel zu wählen. Auch das Marzipan sollte eine gute Qualität haben, um den vollen Geschmack zur Geltung zu bringen. Der Rest sind einfache, aber essentielle Bausteine für einen perfekten Hefeteig.
- Rhabarber: Das Herzstück der Füllung, dessen Säure Kontrast zur Süße bildet.
- Hefeteig: Die luftige Basis, die durch die Zugabe von Butter und Crème fraîche besonders zart wird.
- Marcipan: Verleiht der Füllung eine wunderbar süße, leicht mandelige Tiefe.
- Butter: Bindet die Remonce und macht sie unglaublich cremig.
- Zucker & Wasser: Für die süße Kompotteinlage und die glänzende Zuckerschicht, die dem Gebäck das gewisse Etwas verleiht.
Die genauen Mengenangaben findest du wie immer im kurzen Rezept oben.
Die Geschichte hinter diesem Gericht
Rhabarber ist eine Pflanze, deren Geschichte überraschend vielschichtig ist, auch wenn er uns heute in erster Linie als köstliche Zutat in süßen Speisen bekannt ist. Ursprünglich stammt Rhabarber aus den frostigen Regionen Nordasiens, wo er seit Jahrhunderten wegen seiner medizinischen Eigenschaften geschätzt wurde. Erst im 18. Jahrhundert begann man in Europa, seine kulinarischen Qualitäten zu entdecken und ihn in Gärten anzupflanzen. Seine charakteristische Säure macht ihn zu einem perfekten Partner für Süße, ein Spiel, das in vielen traditionellen Kuchen und Gebäcken perfektioniert wurde.
Die Idee, Rhabarber in süßes Gebäck einzuwickeln und zu “schnurren”, ist vermutlich eine nordische Erfindung, eine clevere Art, die säuerliche Frucht mit einem reichen Hefeteig und einer süßen Füllung zu vereinen. Diese “Snurrer” oder “Schnecken” repräsentieren die Gemütlichkeit und das Backhandwerk, das in skandinavischen Ländern hochgehalten wird. Der Teig wird traditionell oft mit Fett – Butter oder Öl – und manchmal auch mit Milchprodukten wie saurer Sahne oder Joghurt verfeinert, was ihm eine besondere Zartheit verleiht.
Was diese Rabarbersnurrer zeitlos macht, ist die perfekte Ausbalancierung von süß und sauer, von fluffig und cremig. Es ist ein Gebäck, das an die Einfachheit erinnert und gleichzeitig eine gewisse Eleganz ausstrahlt. Es passt perfekt zu einer Tasse Kaffee am Nachmittag oder als süßer Abschluss eines Mahls. Die Zubereitung mag zwar etwas Zeit in Anspruch nehmen, aber das Ergebnis ist die Mühe allemal wert und erinnert uns daran, dass die besten Dinge im Leben oft ein wenig Geduld erfordern.
So bereitest du Rabarbersnurrer opskrift zu
Schritt 1: Das Fundament der Süße – die Rhabarberkompott
Der erste Schritt ist fast meditativ: die Zubereitung der Rhabarberkompott. Man gibt die in mundgerechte Stücke geschnittenen Rhabarberstängel zusammen mit einem Hauch Wasser und Zucker in einen Topf. Das langsame Erwärmen ist hier entscheidend, damit die Frucht ihre Form behält und nicht zu Mus zerfällt. Die Idee ist, dass die Rhabarberstücke zwar weich werden, aber noch eine gewisse Textur behalten. Das ist der Kern für das spätere Geschmackserlebnis in jeder einzelnen Schnur.
Während die Rhabarber langsam köcheln, entfaltet sich ein leichter, säuerlicher Duft, der unwiderstehlich ist. Sobald die Stücke gar sind, werden sie in ein Sieb gegeben, um überschüssige Flüssigkeit abzutropfen. Diese Flüssigkeit ist zu wertvoll, um sie wegzuwerfen – sie kann später zu einem erfrischenden Sirup für Limonade oder Cocktails werden. Das Abkühlen der Kompott ist essentiell, damit sie den Teig beim Füllen nicht aufweicht.
Tipp: Achte darauf, den Rhabarber wirklich nur so lange zu kochen, bis er weich ist. Wenn er zu lange kocht, wird er matschig, und die süßen kleinen Stücke in den Schnurren gehen verloren.
Schritt 2: Der schwere Anfang – die Dehydrierung der Dehydrierung
Jetzt wird es handfester. In einer großen Schüssel wird zuerst das lauwarme Wasser in die Hefe eingerührt, das kleine, lebendige Mikroorganismen sind, die unseren Teig zum Aufgehen bringen werden. Dann folgt die Crème fraîche, ein Hauch Zucker für die Nahrung der Hefe, das Ei für die Bindung und Farbe, und schlussendlich das Mehl und Salz. Das Salz ist wichtig, nicht nur für den Geschmack, sondern es hilft auch, die Hefeaktivität zu kontrollieren.
Was dann folgt, ist ein Tanz der Hände oder der Küchenmaschine. Der Teig muss gründlich geknetet werden, bis er sich vom Schüsselrand löst und eine glatte, elastische und glänzende Oberfläche zeigt. Das zeigt uns, dass sich das Gluten im Mehl entwickelt hat – die Struktur, die unseren Rabarbersnurrern ihre luftige Form geben wird. Dieser Schritt ist oft körperlich anstrengend, aber er ist die Seele des Gebäcks. Geduld ist hier eine Tugend, die sich auszahlt, wenn der Teig nach dem Kneten richtig schön geschmeidig ist.
Tipp: Wenn du den Teig per Hand knetest, nimm dir Zeit. Das Gefühl für den Teig entwickelt sich mit der Erfahrung. Ist er zu klebrig, gib noch ein ganz klein wenig Mehl hinzu; ist er zu trocken, ein winzigen Schuss Wasser. Die richtige Konsistenz ist entscheidend.
Schritt 3: Die Ruhe vor dem Sturm – das erste Aufgehen
Sobald der Teig perfekt geknetet ist, ist es Zeit für eine verdiente Pause. Die Schüssel wird mit einem feuchten Tuch abgedeckt, um ein Austrocknen der Oberfläche zu verhindern, und an einem warmen Ort platziert. Die Hefe beginnt nun ihre Arbeit, indem sie Zucker in Kohlendioxid und Alkohol umwandelt, was den Teig aufgehen lässt und ihm seine charakteristische leichte und luftige Textur verleiht. Dieser Prozess kann je nach Raumtemperatur etwa eine Stunde dauern, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.
Das beobachtende Warten ist Teil des Backerlebnisses. Manchmal ist es faszinierend zu sehen, wie sich der Teig langsam hebt und ausdehnt. Dies ist der Moment, in dem Magie beginnt. Die Struktur, die wir durch das Kneten geschaffen haben, wird durch die Gase der Hefe gedehnt, was zu der feinen Porosität führt, die wir in unseren fertigen Schnurren so lieben. Ist der Teig erst einmal aufgegangen, ist er bereit für die nächsten Schritte.
Achtung: Achte darauf, den Teig nicht an einem zu heißen Ort gehen zu lassen, da die Hefe sonst zu schnell arbeitet und die Aromen beeinträchtigt werden können. Ein warmer, aber nicht heißer Ort ist ideal.
Schritt 4: Die süße Verführung – die Marcipanremonce
Nun widmen wir uns der süßen Füllung, die jedem Bissen eine reiche, fast dekadente Note verleiht. In einer separaten Schüssel werden weiche Butter, brauner Zucker und fein geriebene Marzipan zu einer homogenen Masse verrührt. Der braune Zucker gibt eine schöne Karamellnote und sorgt für eine angenehm klebrige Konsistenz. Die Butter bindet alles zusammen und macht die Remonce wunderbar geschmeidig, während das Marzipan für das unverwechselbare Aroma sorgt, das diese Schnurren so besonders macht.
Das Mischen dieser drei Zutaten ist ein einfacher, aber entscheidender Schritt. Es ist die Kombination aus der cremigen Süße der Butter, der tiefen Karamellnote des braunen Zuckers und dem leicht herben, süßen Aroma des Marzipans, die diese Füllung so unwiderstehlich macht. Riecht es nach Marzipan und Karamell? Dann bist du auf dem richtigen Weg. Diese Füllung ist es, die die Rabarbersnurrer von einfachen Zimtschnecken abhebt und ihnen eine besondere Note verleiht.
Tipp: Für eine besonders intensive Marzipannote kannst du ein hochwertiges Marzipan mit einem hohen Mandelanteil verwenden. Wenn die Butter schon weich ist, lässt sich die Remonce am besten cremig rühren.
Schritt 5: Die Kunst des Formens – die Falt- und Rolltechnik
Jetzt wird es künstlerisch! Der aufgegangene Teig wird auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem rechteckigen Fladen ausgerollt, etwa 30 mal 40 Zentimeter groß. Die Idee ist, eine gleichmäßige Fläche zu schaffen, auf der sich die Remonce gut verteilen lässt. Anschließend wird die vorbereitete Marcipanremonce gleichmäßig darauf verstreicht, wobei ein kleiner Rand frei gelassen wird, damit die Füllung beim Aufrollen nicht herausquillt. Das gleichmäßige Verteilen der Füllung ist wichtig, damit jeder Bissen denselben Geschmack hat.
Nun kommt die charakteristische Falttechnik zum Einsatz, die diesen Schnurren ihre Schichten und ihren Namen gibt. Ein Drittel des Teigs von der kurzen Seite her wird über die Füllung geklappt. Dann wird dasselbe mit dem verbleibenden Drittel wiederholt, sodass der Teig nun dreilagig übereinander liegt. Dieses „Einschlagen“ erzeugt die Lamellenstruktur, die beim Backen für das zarte Mundgefühl sorgt. Anschließend wird diese gefaltete Teigplatte vorsichtig nochmals ausgerollt, bis sie etwa 20 mal 40 Zentimeter misst – das ist wichtig für die späteren Schnitte.
Tipp: Wenn der Teig beim Ausrollen zu sehr klebt, bestäube deine Hände und die Arbeitsfläche sparsam mit Mehl. Zu viel Mehl kann den Teig trocken machen. Drücke die Faltvorgänge sanft an, damit sich die Schichten gut verbinden.
Schritt 6: Das Schneiden und Drehen – die Geburt der Schnurrer
Jetzt kommt der Moment, in dem die Schnurren Gestalt annehmen. Der ausgerollte Teigfladen wird in 12 gleichmäßige Streifen geschnitten, wobei die längere Seite des Rechtecks die Basis für die Streifen bildet. Dann werden diese Streifen vorsichtig etwas länger gezogen, damit die einzelnen Schnurren später die richtige Größe haben. Das Ziehen sollte sanft geschehen, um die Struktur des Teiges nicht zu zerstören.
Hier beginnt die eigentliche „Schnurr-Technik“: Jeder Streifen wird in der Mitte eingeschnitten, aber eben nicht ganz durch bis zum Ende. Die beiden verbleibenden „Beine“ werden nun nacheinander erst einzeln gedreht und dann miteinander verdreht. Dieses komplexe Drehen erzeugt die typische Schneckenform. Dies mag im ersten Moment etwas knifflig erscheinen, aber mit etwas Übung gelingt es bald wie von selbst. Die beiden so gedrehten Stränge werden dann zu einer Schnecke geformt und die Enden werden unter die Schnecke gesteckt, um eine saubere Form zu erhalten.
Achtung: Der Schnitt in der Mitte darf wirklich nicht bis zum Ende gehen, sonst trennen sich die beiden Teigstränge komplett. Die Spannung beim Drehen sollte moderat sein, nicht zu fest, sonst reißt der Teig.
Schritt 7: Die zweite Reifung und das süße Finale
Die geformten Rabarbersnurrer werden nun auf zwei mit Backpapier ausgelegte Backbleche gesetzt. Ein wenig Abstand zwischen den einzelnen Schnurren ist ratsam, da sie beim zweiten Aufgehen und Backen noch weiter aufgehen. Wieder werden sie mit einem feuchten Tuch abgedeckt und dürfen an einem warmen Ort für etwa eine halbe Stunde ruhen. Diese zweite Gehzeit ist entscheidend für die luftige Beschaffenheit des Endprodukts.
Während die Schnurren ruhen, kannst du in die Mitte jedes einzelnen Platzes mit deinen Fingern eine kleine Mulde drücken, eine Art kleines „Nest“. In diese Mulde wird dann vorsichtig etwa ein Esslöffel der vorbereiteten Rhabarberkompott gefüllt. Dies gibt den Schnurren nicht nur ein ansprechendes Aussehen, sondern sorgt auch für die Balance zwischen süßem Teig und fruchtiger Säure. Dann werden sie in den vorgeheizten Ofen geschoben und für etwa 12-15 Minuten goldbraun und durchgebacken.
Tipp: Die Mulde in der Mitte sollte nicht zu tief sein, sonst läuft die Kompott beim Backen aus. Ein kleiner Löffel zum Einträufeln ist hier ideal.
Schritt 8: Der glänzende Abschluss – die Zuckersirup-Krone
Sobald die Rabarbersnurrer goldbraun und durchgebacken aus dem Ofen kommen, ist das der perfekte Moment für den letzten Schliff. Während sie noch heiß sind, werden sie großzügig mit einer frisch zubereiteten Zuckersirup-Lösung bestrichen. Diese besteht aus kochendem Wasser, in dem Zucker aufgelöst wurde, bis eine klare, sirupartige Konsistenz entsteht. Dieser Sirup sorgt nicht nur für einen wunderschönen Glanz, der an kandierte Süßigkeiten erinnert, sondern er macht das Gebäck auch besonders saftig und haltbar.
Direkt nach dem Bestreichen mit dem Sirup werden die noch feuchten Schnurren mit Perlzucker bestreut. Die Kristalle haften am Sirup und bilden eine knusprige, süße Kruste, die einen wunderbaren Kontrast zur weichen Textur des Teigs und der fruchtigen Füllung darstellt. Dieses Zusammenspiel aus Glanz, Süße und Knusprigkeit ist das, was diese Rabarbersnurrer so unvergesslich macht. Danach dürfen sie auf einem Kuchengitter abkühlen, und der Duft, der dabei dem Raum erfüllt, ist schlichtweg himmlisch.
Achtung: Der Sirup sollte nicht zu lange kochen, er soll nur den Zucker auflösen. Zu viel Flüssigkeit kann den Teig aufweichen. Der Perlzucker gibt den nötigen Biss, also nicht daran sparen!
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
Fehler 1 – Der Teig ist zu trocken oder zu klebrig: Das ist wahrscheinlich der häufigste Fehler bei Hefeteigen. Wenn du zu viel oder zu wenig Mehl verwendest, kann das Ergebnis matschig oder hart werden. Ich habe gelernt, dass die Menge des Mehls stark von der Luftfeuchtigkeit abhängt. Es ist besser, das Mehl nach und nach hinzuzufügen, bis die richtige Konsistenz erreicht ist, die sich gerade noch von der Arbeitsfläche löst.
Fehler 2 – Die Füllung ist zu feucht: Wenn die Rhabarberkompott zu viel Wasser enthält, weicht das den Teig auf und die Schnurren werden beim Backen matschig. Das Abgießen der Kompott ist daher ein wichtiger Schritt. Ich habe festgestellt, dass es auch hilft, die Kompott einige Zeit im Sieb abtropfen zu lassen, manchmal sogar über Nacht im Kühlschrank, um wirklich sicherzustellen, dass sie nicht zu nass ist.
Fehler 3 – Die Schnurren sind nicht richtig geformt: Gerade die Technik des Schneidens und Verdrehens kann anfangs frustrierend sein. Wenn der Teig zu fest gezogen wird, reißt er; wenn er zu locker ist, verliert die Schnur ihre Form. Die Devise hier ist: Übung macht den Meister. Nicht jeder Teigstreifen muss perfekt aussehen. Aber denke daran, den Schnitt nicht ganz durchzuführen und die Drehungen mit Gefühl zu machen.
Fehler 4 – Ungleichmäßiges Backen: Wenn die Öfen stark variieren, können die Schnurren ungleichmäßig bräunen. Ich habe gelernt, die Backbleche in der Mitte der Backzeit einmal zu wechseln oder zu drehen. Außerdem ist es gut, die Augen offen zu halten – jedes Gebäck ist einzigartig und braucht seine eigene Backzeit.
Variationen für jeden Geschmack
Vegane Rabarbersnurrer: Ersetze die Butter im Teig und in der Remonce durch pflanzliche Margarine oder Kokosöl. Verwende statt Crème fraîche eine ungesüßte pflanzliche Joghurt- oder eine Seidentofu-Basis. Für die Remonce kannst du auch eine vegane Nussbutter verwenden, die gut dazu passt.
Mit Sommerfrüchten statt Rhabarber: Wenn Rhabarber nicht Saison hat oder dein Favorit nicht ist, kannst du die Kompott auch mit anderen Sommerfrüchten zubereiten. Erdbeeren, Himbeeren oder eine Mischung aus Beeren sind fantastische Alternativen. Die Süße der Früchte sollte dabei angepasst werden, da einige süßer sind als Rhabarber.
Festliche Variante mit Kardamom und Rosinen: Verleihe dem Teig eine besondere Note, indem du einer Prise gemahlenen Kardamoms hinzufügst. In die Marcipanremonce können zusätzlich eine Handvoll feingehackte Rosinen eingearbeitet werden, die dem Ganzen eine zusätzliche süße und leicht herbe Dimension geben. Das ist perfekt für besondere Anlässe oder wenn du Lust auf etwas Exotischeres hast.
Profi-Tipps für Rabarbersnurrer opskrift
Tipp 1 – Der Teig braucht Geduld: Ein perfekt aufgegangener Hefeteig ist die halbe Miete. Ich lasse meinen Teig oft auch länger gehen, als angegeben, besonders wenn es im Raum etwas kühler ist. Er entwickelt sich besser und wird luftiger.
Tipp 2 – Die Remonce nicht zu warm verteilen: Wenn die Butter in der Remonce noch zu flüssig ist, kann sie in den Teig einsinken. Eine leicht gekühlte, aber dennoch streichfähige Remonce ist ideal.
Tipp 3 – Die „bukkseben“-Technik perfektionieren: Das Trennen und Verdrehen der Teigstränge ist das Markenzeichen der Rabarbersnurrer. Übe es einfach ein paar Mal, und du wirst sehen, wie einfach es wird, diese dekorativen Muster zu erzeugen.
Tipp 4 – Die Zuckersirup-Krone ist entscheidend: Direkt nach dem Backen bestreichen, damit der Sirup gut einzieht und das Gebäck einen schönen Glanz bekommt. Und der Perlzucker darf nicht fehlen – er sorgt für den finalen Touch!
Tipp 5 – Reste einfrieren: Rabarbersnurrer schmecken auch aufgetaut noch erstaunlich gut. Ich friere sie einzeln auf einem Blech ein und lagere sie dann in einem Beutel. Beim Aufwärmen im Ofen werden sie wieder fast wie frisch gebacken.
Servier-Ideen für Rabarbersnurrer opskrift
Anrichten & Dekoration
Diese Rabarbersnurrer sind für sich allein schon ein Hingucker. Ordne sie auf einer schönen Servierplatte an, sodass die kunstvollen S-Formen gut zur Geltung kommen. Die glänzende Zuckerkruste und der Perlzucker sorgen für ein appetitliches Funkeln. Wenn du möchtest, kannst du sie mit einem kleinen Zweig Minze oder einer einzelnen frischen Rhabarberstange dekorieren, um den Frischefaktor zu betonen.
Passende Beilagen
Zu diesen süßen Leckereien passt ein einfacher Kaffee oder eine Tasse Tee hervorragend. Aber auch eine Kugel Vanilleeis oder eine leicht säuerliche Vanillesauce können eine wunderbare Ergänzung sein, die das Frucht-Süß-Spiel noch weiter vertieft. Für ein herzhafteres Frühstück könnten sie auch mit etwas Frischkäse oder einer milden Quarkcreme serviert werden, um den säuerlichen Kontrast zu unterstreichen, ähnlich wie bei unseren cremiges Parmesan-Rindfleisch mit Rigatoni – nur in süß!
Für besondere Anlässe
Der Frühling und Sommer sind die perfekte Zeit für diese Rabarbersnurrer. Sie eignen sich hervorragend für ein Osterbrunch, einen Muttertagskaffee oder einfach als süße Überraschung bei einem Picknick im Freien. Auch als Teil eines Nachmittagstees oder einer Kaffee-Runde mit Freunden machen sie eine exzellente Figur und zeigen deine Backkünste.
Aufbewahrung & Lagerung
Reste richtig lagern
Hast du es geschafft, ein paar Rabarbersnurrer übrig zu behalten? Bestens! Lagere sie in einem luftdichten Behälter bei Zimmertemperatur. So bleiben sie für etwa 2-3 Tage frisch und saftig. Wenn du sie bei warmem Wetter aufbewahrst, kann es sinnvoll sein, sie im Kühlschrank zu lagern, um ein schnelles Verderben zu verhindern. Aber bedenke, dass sie aus dem Kühlschrank etwas fester werden können.
Einfrieren
Rabarbersnurrer lassen sich wunderbar einfrieren und sind eine großartige Möglichkeit, den Geschmack des Frühlings für später aufzubewahren. Lasse sie vollständig abkühlen und friere sie zuerst einzeln auf einem Tablett ein, damit sie nicht aneinanderkleben. Sobald sie gefroren sind, kannst du sie in Gefrierbeuteln oder gefrierfesten Dosen über mehrere Wochen lagern.
Aufwärmen ohne Qualitätsverlust
Um eingefrorene oder ältere Rabarbersnurrer wieder aufzuwärmen, gibt es mehrere Optionen. Die beste Methode ist im Backofen bei etwa 150°C für 5-10 Minuten, bis sie wieder warm und leicht knusprig sind. Du kannst sie auch kurz in der Mikrowelle erwärmen, aber achte darauf, sie nicht zu überhitzen, sonst werden sie eher gummiartig. Eine andere Möglichkeit ist ein kurzer Aufenthalt im Toaster.
Häufig gestellte Fragen
- Kann ich statt Hefe auch Backpulver verwenden?
Nein, die Verwendung von Backpulver anstelle von Hefe würde das Ergebnis stark verändern. Hefe sorgt für die charakteristische luftige Struktur und den leicht käsigen Geschmack eines traditionellen Hefeteigs. Backpulver würde zu einem dichteren, eher kuchenartigen Gebäck führen, das die typische “Schnurrer”-Textur nicht erreichen würde. Die Zubereitung eines Hefeteigs erfordert etwas Geduld, aber das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand in vollen Zügen. - Wie bekomme ich die Schnurrer besonders saftig, auch nach dem Aufwärmen?
Der Schlüssel zur Saftigkeit liegt in der Zuckersirup-Glasur, die direkt nach dem Backen aufgetragen wird, und darin, wie du die Reste lagerst und aufwärmst. Beim Aufwärmen im Ofen wird das Gebäck wieder leicht feucht und knusprig, während die Mikrowelle es eher zu weich machen kann. Achte darauf, dass die Kompott nicht zu viel Flüssigkeit hat, damit der Teig nicht durchweicht. Ein schneller Aufwärmprozess im Ofen ist oft die beste Methode, um die Frische zu bewahren. - Mein Teig riecht nach Hefe, ist das normal oder ein Zeichen für ein Problem?
Ein leichter Hefegeruch ist absolut normal und sogar erwünscht, da er auf die aktive Arbeit der Hefe hinweist. Problematisch wird es, wenn der Geruch sehr stark oder unangenehm sauer ist. Das kann passieren, wenn der Teig zu lange an einem zu warmen Ort gegangen ist oder wenn die Hefe selbst nicht mehr ganz frisch war. Achte auf die richtige Temperatur beim Gehenlassen und verwende möglichst frische Hefe. Der Alkohol, der bei der Gärung entsteht, verfliegt beim Backen, sodass nur noch der angenehme Hefegeschmack übrigbleibt.
